Wie kein anderer Bundespräsident hat sich Horst Köhler für die Belange Afrikas eingesetzt. Aber warum eigentlich? Zeit, sich einmal mit Köhlers Thesen zu Afrika zu beschäftigen. Wie kein anderer Bundespräsident hat sich Horst Köhler für die Belange Afrikas eingesetzt. Aber warum eigentlich? Zeit, sich einmal mit Köhlers Thesen zu Afrika zu beschäftigen.
„Am Schicksal der Jugend wird sich die Zukunft Afrikas entscheiden, und wir sollten alles dafür tun, dass diese Zukunft gut verlaufen wird.“ lautet eine der wichtigsten Maximen aus Köhlers Afrika-Strategie. Als ehemaliger IWF-Chef wusste er um die großen Risiken, aber genauso um die bedeutenden Potentiale, die sich für Europa aus dem Zusammenspiel mit dem zweitgrößten Kontinent ergeben. Beide – Chancen und Gefahren – haben ihren Ursprung in der afrikanischen Bevölkerungsstruktur, in ihrer ethnischen Diversität und in ihrer Alterszusammensetzung. So vereint Afrika nicht nur weltweit die meisten Religionen und Sprachen auf einem Kontinent, es hat auch die jüngste Bevölkerung. Zwei Drittel der Afrikaner sind unter 30 Jahre alt, die Hälfte sogar unter 18. Diese vielen jungen Menschen bedeuten ein unschätzbares Potential für wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen, aber auch für Radikalisierung und Gewalt, wenn sie dauerhaft ohne Perspektive bleiben.
Vor diesem Hintergrund geht es bei einer nachhaltigen Afrikapolitik in Köhlers Sinne nicht einfach darum, Flüchtlingsströme nach Europa zurückzuhalten, sondern um die Frage „ob es gelingt, den jungen Menschen in Afrika Perspektiven zu bieten, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen.“ Dabei können sie auf die Eigenschaften vertrauen, die Köhler bei ihnen in besonderer Ausprägung erlebt hat: Kreativität, Pragmatismus, Pioniergeist und Überlebenswillen.
Wir können das Gedenken an Horst Köhler nutzen, um uns an sein vielfältiges Engagement für Afrika in Form von Wirtschaftsprojekten, Stipendien und Austauschprogrammen zu erinnern. Wir können es aber auch nutzen, um uns selbst zu fragen, was wir bereit sind zu einem partnerschaftlichen Miteinander beizutragen, egal wie klein dieser Beitrag auch erst mal erscheinen mag.
„Afrika wird entscheidend sein für eine gute Zukunft der Menschheit im 21 Jahrhundert.“ Worauf warten wir also? Let´s go for it!





