
In Mtwapa leben 40-50 % der Bewohner, etwa 28.000 bis 35.000 Menschen, in Slums oder informellen Siedlungen. Diese Gebiete stehen in der Regenzeit oft unter Wasser und sind schwer zu erreichen. Die Straßen sind meist nicht asphaltiert, außer der Hauptstraße, die von Verkehr und Lärm geprägt ist.
Für die Menschen in Mtwapa sind die Slums kein Elend, sondern „Ihr Dorf“. Hier engagieren sich junge Menschen, Frauen nähen Kleidung, und ein Wasserverkäufer versorgt die Bewohner. Analphabetismus ist weit verbreitet, besonders unter Frauen, die aufgrund von Viehzucht oder mangelnder Hygieneartikel oft zu Hause bleiben müssen.
Hohe Arbeitslosigkeit führt dazu, dass viele Familien am Existenzminimum leben. Ausreichende Mahlzeiten, medizinische Versorgung und grundlegende Kleidung sind oft nicht finanzierbar. Zudem ist die Aids-Problematik schwerwiegend, was dazu führt, dass viele Kinder als Halb- oder Vollwaisen aufwachsen oder auf der Straße leben.
Mtwapa ist auch berüchtigt für Prostitution und Kindersexhandel. Laut UNICEF prostituieren sich in den kenianischen Küstenstädten bis zu 30 Prozent der Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren, viele sogar jünger. Erschreckende 76,3 Prozent der Einwohner sehen diese Praxis als normal an, während die HIV-Infektionsrate zu den höchsten im Osten Afrikas gehört.





